Radsport
Soll ich mich zu diesem Thema noch einmal äußern?
Vielleicht ein letztes mal!
Nach den jüngsten Dopingfällen hat gestern die ARD ihren Austritt aus der Live-Berichterstattung der Tour 2009 verkündet.
Das ZDF will hier nachziehen.
Die Deutschlandtour wird 2009 nicht stattfinden.
Auslöser waren die jüngsten Dopingvorfälle im Team Geroldsteiner.
Die Fahrer Schumacher und Kohl wurden des Dopings mit einem neuen EPO-Mittel überführt.
Wie naiv oder skrupellos muss man als Radprofie sein, um nach wie vor zu Dopen?
Oder ist es der Profi-Radsport selbst, der dies fördert?
Auf der anderen Seite lassen Länder wie Spanien ihre Profis relativ unbehelligt.
Nun wird sogar der 7 malige Toursieger Lance Armstrong nächstes Jahr ins Renngeschehen wieder eingreifen.
Ein Fahrer, der zwar nie des Dopings überführt wurde.
Jedoch wurden Proben aus den 90 ziger Jahren analysiert, die zumindest verdächtig waren.
Welches Fazit ziehe ich heraus?
Fahre lieber selbst Rad, das ist gesund.
Profi-Radrennen werde ich mir wohl nicht mehr ansehen!
merfeller - 17. Okt, 19:19
Nun ist es schon über ein halbes Jahr her, dass ich mich hier über den Radsport äußerte.
Meine schlimmsten Befürchtungen wurden sogar noch übertroffen.
Nicht nur die Dopinggeständnisse, nein auch der Umgang der Veranstalter, der UCI und der Profiemannschaften selbst geben einem nicht gerade das Gefühl, es könnte eine Zukunft für diesen Sport geben.
Die Geständnisse der halben Telekom-Mannschaft aus den 90ziger Jahren (oder waren es alle?- ach nein, einer hat ja nicht gedopt) konnten schon verblüffen. Die Systematik, in der sogar die Ärzte des Teams eingebunden waren, ist schon erschreckend.
Naiv, wer glaubt in anderen Mannschaften und Teams wäre es in dieser Zeit mit rechten Dingen zugegangen. Man darf nur an FESTINA erinnern!
Und heute.
Den deutschen und den französischen Teams mag man ja noch die Bemühungen um einen sauberen Sport abkaufen.
Was ist aber mit den italienischen, den spanischen und......
Die Weltmeisterschaft in Stuttgart steht an. Lange umstritten, ob sie überhaupt stattfinden soll.
Interessant sich mal die Sieger anzusehen!
Ob da auch noch deutsche und französische Fahrer mithalten können?
merfeller - 29. Aug, 19:05
Profie-Radsport, wohin fährst Du.
Die lang anhaltenden Diskussionen, Anschuldigungen und Verfahren in den aktuellen Dopingfällen sind schon eine schwere Belastung. Nun kommen noch die Streitereien zwischen der UCI und den Veranstalter vieler Profie-Rennen der ASO (Tour de France), RCS (Giro) und Unipublic (Vuelta) hinzu.
Zur Verschärfung hat nach meiner Ansicht auch der Umgang mit den des Dopings-Vergehens beschuldigten Radsportlern geführt.
Die Veranstalter, die naturgemäß ja auch den kommerziellen Erfolg der Rennen im Auge haben, fürchtet den Verlust der Sponsoren und der Öffentlichkeit.
Es ist allerdings auch schwer nach zuvollziehen, wenn Faher die z.B kurz vor der letztjährigen Tour gesperrt wurden, nun wieder in Profieteams fahren und eine Lizenz besitzen. Das lang anhaltende Verfahren im Doping-Skandal um den spanischen Arzt Fuentes trägt zudem nicht zur Stärkung und zu einem Neubeginn im Profieradsport bei. Solange hier nicht alle Fakten den jeweiligen Landesverbänden und den ermittelden Behörden zur Verfügung stehen wird es keine Ruhe geben.
Was ist, wenn einer der nun fahrenden verdächtigen Fahrer Rennen gewinnt?
Und was, wenn er dann doch irgendwann des Dopings für schuldig befunden wird?
Welch makaberes Schauspiel und welche verworrenen Situationen dies herauf beschwören kann lässt sich am Fall Floyd Landis erahnen. Landis wurde bei der letzjährigen Tour des Dopings überführt und nach Analyse der B-Probe gesperrt. Die neusten Informationen vermuten einen Verfahrensfehler bei der Analyse der Proben.
Das könnte zu einem Freispruch für Landis führen.
Sollte dies zutreffen könnte es die Argumente der Veranstalter bekräftigen. Teams mit "problematischen Fahrern" werden nicht zu Rennen eingeladen
Auf der anderen Seite baut die UCI Druck auf, in dem sie den Pro-Tour Teams generell den Start bei Rennen der o.g. Veranstalter untersagt will.
Welch verkehrte Welt eine Tour, Giro oder Vuelta nur mit Teams aus der zweiten Reihe, ohne Pro-Tour-Teams?
Das alles kann nicht im Sinne des Sportes stehen. Schon lange gelten hier andere Spielregeln. Sperren werden per Gerichtsbeschluss aufgehoben, Labore werden Verfahrensfehler vorgeworfen. Für jeden aussenstehnden Betrachter erweckt das den Anschein, dass man mit den entsprechenden chemischen und juristischen Mitteln alles erreichen kann.
Wo führt das hin?
merfeller - 23. Feb, 20:15
Fing nicht gut an, das neue Radsportjahr.
UCI und die Veranstalter der großen Rennen ziehen vor den Kardi.
Die Profimanschaften können sich über eine einheitliche Regelung zu Fahrern unter Dopingverdacht nicht einigen.
Sehr Schade.
Eine Gelegenheit wieder verpasst.
Man sieht, das Geld und der Druck der Sponsoren lässt grüßen.
Ich finde es persönlich sehr Schade, dass Milram sich nicht auf die Seiten der anderen beiden deutschen Profieteams gestellt hat.
Jetzt fahren also Sportler, die im dringenden Verdacht stehen einen unsauberen Sport zu pflegen, wieder in namhafte Teams.
Sie können an den großen Rundfahrten und den UCI-Rennen an den Start gehen.
Unglücklich auch die Handhabe der spanischen Behörden im Fall Fuentes.
Okay, ein laufendes Verfahren, da wird die Justiz zuerst einmal ihre Anklage durchbringen wollen.
Kann aber bedeuten, dass vielleicht nach einem oder zwei Jahre dann die Dokumente zur Verfügung stehen und Fahrer überführt werden, die jetzt munter weiter ihre Kreis im Rennzirkus drehen.
Für den Radsport ist das tötlich!
Die Glaubwürdigkeit bleibt aussen vor und viele werden bei den Siegern in diesme Jahr zweifeln, ob das alles mit rechten Dingen zugeht!
Ulrich, Basso und Co haben sich meiner Meinung einen Bärendienst erwiesen.
Die Meinung Ulrichs, keinen Bluttest durchführen zu lassen um sich nicht auf die gleiche Stufe wie Schwerverbrecher zu stellen, kann ich nicht teilen.
Habe ich nichts zu verbergen, kann ich auch getrost einen Test machen lassen.
immerhin geht es um seine Existens.
Nicht nur das.
Das Ganze hat jetzt Dimensionen erreicht, da geht es um den ganzen Radsport.
Und, mein lieber Ulrich, wenn ich das hier so einmal schreiben darf, unter solchen Umständen dürfte ein Bluttest durch aus angemessen sein.
Es gibt da meiner Meinung nach auch eine Verpflichtung gegenüber den Radsportfans!
Ganz zu Schweigen von dem Image, das man sich hier zulegt.
Denn letztendlich sagt wohl jeder "Normalsterbliche " "tja, da wird was dran sein, an den Doping-Vorwürfen und der Anwendung von nicht erlaubten Methoden"
merfeller - 14. Jan, 19:35
So,
nun hat uns also der spanische Doping-Skandal endgültig erreicht.
Heute wurde die Wohnung und die Praxis-Räume eines deutschen Arztes durchsucht und - so liest man- auch entsprechendes Beweismaterial gefunden.
Die Unterlagen sollen einen Zusammenhang mit der spanischen Doping-Affäre um den Arzt Fuentes beweisen.
Was heisst eigentlich "spanischer Dopingfall" ?
Von Anfang an war doch klar, dass dies nicht nur auf Spanien beschränkt ist.
Schnell kamen Namen von Sportlern auf, die nicht auf der iberischen halbinsel beheimatet sind.
Die professionellen Methoden, lassen auf einen großen europäischen, vielleicht auch weltweit, agierenden Doping-Ring schließen.
Hier dürfte bei weitem nicht nur der Radsport betroffen sein.
Ich vergleiche das mit den Methoden der alten Ostblock Ländern. Doping, die Steigerung der Leistungen durch unerlaubte Methoden oder Medikamenten, war staatlich organisiert und wurde über Jahrzehnte praktiziert. Leidtragende waren unter anderem die Sportler selbst. Die gesundheitlichen Risiken waren und sind nicht abzusehen.
Es ist schon seltsam, was manche Zeitgenossen alles auf sich nehmen, nur um Ruhm und vor allem Geld zu erlangen.
Ich stelle mir gerade einmal vor, was das für Empörung auslösen würde, wenn man zwangsweise gesunden Menschen Medikamente in Zusammensetzungen zuführt, die wissenschaftlich nicht erforscht und derern (Langzeit-) Wirkungen nicht erprobt sind. Die Gerichtssäle wären voll, auf Jahre hin.
Hier wird dies von Sportlern bedenkenlos freiwillig durchgeführt.
Zudem mit einer Dreistigkeit die einem die Luft nimmt.
Nach dem Ertappen, immer das gleiche Spiel. Zeitgewinn, nur nichts zugeben, von Unrechtsbewustsein keine Spur.
Ich bin es leid immer die gleichen Entschuldigungen, Ausreden zuhören.
Verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel, persönliche Veranlagung, nicht exakt arbeitende Labore usw.
Nicht einmal hier gibt man sich Mühe, oder zumindest lässt seine Phantasie etwas spielen.
Wo führt das alles hin, vor allem ist eine Besserung abzusehen?
Ich bin da pessimistisch.
-Leider -
merfeller - 17. Aug, 20:41
Das war es jetzt.
Aus - nach dreizehn Jahren im magenta Dress wechselt Erik Zabel den Rennstall und fährt im nächsten Jahr für das neue deutsch/italienische Team Milram.
Mit was für ein Paukenschlag endete gestern sein letzter aktiver Arbeitstag für das T-Team!
Zum dritten Male den Klassiker Paris-Tours gewonnen.
Super
Mich, einen alten Radsportfan- der selbst früher einmal (sehr erfolglos, aber mit viel Herzblut) Rennen gefahren ist, freut es ungemein, dass dies gestern so gut gelungen ist.
Erik ist für mich unbestritten der zur Zeit beste Rennfahrer - trotz eines Jan Ulrich.
Dreizehn lange Jahre war er in den Magendfarben unterwegs, hat Siege eingefahren und so manches Frühjahr für die Bonner Truppe gerettet, vielleicht sogar damals Mitte der neunziger Jahre das Fortbestehen des Rennstalls.
Dieses Jahr dann sicherlich die Entäuschung, nicht für die Tour nominiert zu werden.
Das dürfte der letzte Anstoss für einen Teamwechsel gewesen sein.
Jetzt ist von der glorreichen Telekom-Truppe der neunziger Jahre fast Niemand mehr übrig.
Bölls, Heppner, Ries, Henn, Hundermark sind schon fort.
Zabel und Aldag folgen zum Jahresende.
Bleiben noch Ulrich, Wesemann und Klöden.
Zudem verlässt Walter Godefroot das Team und übergibt an seinen Nachfolger Olaf Ludwig.
Damit geht für mich eine Aera zu Ende, in der der deutsche Radsport zur voller Blühte gelangte.
Unbestritten bereitete dieses Team den Boden auf den neue deutsche Profiteams gedeihen konnten.
Drei Jahre zumindest bleibt uns Erik Zabel noch erhalten.
Ich drücke Dir fest die Daumen für die neue Saison, dass der 200 Profiesieg recht schnell kommt-
Vielleicht schon im März?
merfeller - 10. Okt, 19:10